Nachschub

Aktuelle Zeitschriften / Fanzines
Hier findet Ihr fast ausnahmslos Reviews der besten Scheiben des Genres, weil uns die Zeit und der Platz zu schade sind, um sie mit belanglosen Besprechungen zu vergeuden. Wir denken, daß das auch in Eurem Sinne ist.
AGATHODAIMON - Blacken the Angel
ANTICHRISIS - A Legacy of Love
CARPATHIAN FOREST - Black Shining Leather
DEATH - The Sound of Perseverance
AGATHODAIMON - Blacken the Angel

Über AGATHODAIMON
noch große Worte verlieren ist angesichts des Hypes, der um
diese Band gemacht wird, eigentlich überflüssig. Jeder kennt
sie, fast alle lieben sie. Überschüttet mit Lob, muß es
AGATHODAIMON fast schon selbst peinlich sein, nach allen Regeln
der Kunst abgefeiert zu werden. Hier zeigt sich wieder einmal,
wie entscheidend das Label für den Durchbruch ist. In diesem
Fall sind NUCLEAR BLAST die Verantwortlichen und es scheint, daß
AGATHODAIMON zur Zeit deren bestes Pferd im Stall sind.
Nun gut, was ist dran am Hype? Zu meiner Erleichterung kann ich
feststellen, daß wir es hier nicht mit "DIMMU BORGIR made
in Germany" zu tan haben, sondern mit einer sympathischen,
originellen und unverbrauchten Band, die auch ohne NB den
Durchbruch geschafft hätten, weil das durchweg erstklassige
Songmaterial für sich selbst stehen kann. Sei es der getragene
und melancholische Opener "Tristetea Vehementa", das
rohe "Banner of Blasphemy" oder das hypnotisierende,
überlange "Near dark". Stets überzeugen AGATHODAIMON
durch Experimentierfreudigkeit und Facettenreichtum. Die Krone
wird jedem Song durch Akaias herausragende Stimme aufgesetzt,
welche wie eine Mischung aus Satyr und Attila klingt. Hört sich
teilweise richtig dreckig und "old-school" an, was sich
wunderbar mit den eher modernen Keyboardeinlagen ergänzt. Auch
Frauengesang wird bei "Near dark" sporadisch eingesetzt
und macht deutlich, daß weniger oft mehr ist. Überhaupt ist es
die perfekte Mischung aus allem, was "Blacken the
Angel" so unwiderstehlich macht. Spielzeit (60 min.),
Coverartwork, Songs und Erscheinungsbild - alles stimmt und
läßt nur einen Schluß zu : AGATHODAIMON sind die zur Zeit
beste Black Metal Band Deutschlands!
cyNic
ANTICHRISIS - A Legacy of Love

Pünktlich zur kalten
und dunklen Jahreszeit erscheint ANTICHRISIS' zweite Langrille
und wird wohl zwangsweise für einen Engpaß bei Kerzen und
Rotwein sorgen. Leider wird "A Legacy of Love" von
einer Tragödie begleitet, weil sich Moonshadow bekanntlich das
Leben genommen hat. So ist es auch nicht verwunderlich, daß Sid,
sein ehemaliger Freund und Bandleader, das Album Moonshadow
gewidmet hat. "A Legacy of Love" könnte man als eine
Selbsttherapie Sid's bezeichnen, ohne die er Moonshadow gewiß
schleunigst gefolgt wäre.
Eröffnet wird das Album von einem wunderschönen, einzigartigen
Intro, welches sehr melancholisch daherkommt und Erinnerungen an
den Braveheart-Soundtrack wachruft. Dann folgt der erste harte
Brocken in Form von "Nightswan", welcher sehr poppig
daherkommt, aber den Hörer am Ende einfach durch seine
Wahnsinnsmelodie für sich gewinnen kann. Durchweg überzeugend
ist in allen Songs die Sängerin Lisa, welche die weibliche
Konkurrenz einfach blaß aussehen läßt und einen Schauer nach
dem anderen den Rücken runterlaufen läßt. Sid sorgt dagegen
mit seiner markanten Stimme, die mich zeitweise an den Sänger
von FIELDS OF THE NEPHILIM erinnert, für den nötigen Ausgleich.
Wer auch mal ruhige und traurige Klänge mag und keinen 10 Meter
hohen Tellerrand mit sich rumschleppt, der sollte/muß sich
"A Legacy of Love" zulegen, auch wenn man beim 1.
Hören etwas irritiert sein könnte, wenn z.B. bei "Planet
Kyriah" Klatschsamples mit irischem Dudelsack kombiniert
werden - aber diese Melodien...unwiderstehlich!
cyNic
CARPATHIAN FOREST - Black Shining Leather

Jaaa! Endlich wieder
roher, ungeschliffener Black Metal! Es ist ja toll, wenn Black
Metal Bands anfangen, ihre Instrumente zu beherrschen und das mit
viel Frickelei beweisen wollen, aber das Feeling bleibt dabei
größtenteils auf der Strecke. Dieses ist aber zum Glück bei
CARPATHIAN FOREST im Überfluß vorhanden. Allerdings haben die
Songs schon einige Jahre auf dem Buckel - es bleibt also
abzuwarten, inwieweit dieses Feeling auf neue Kompositionen
übertragen werden kann.
Beim Hören fühlt man sich sofort an seelige "A blaze in
the northern sky"-Zeiten erinnert und sieht das
zweckentfremdete, zum Aufnahmestudio umfunktionierte, Klo
förmlich vor sich. Aber keine Angst, der Sound von "Black
Shining Leather" ist zwar spartanisch, aber gut.
Nach einem kurzen, wohl unverzichtbaren Intro, wo eine Frau
fleißig abstöhnt, geht es gleich mit dem Titelsong "Black
Shining Leather" zur Sache, wo CARPATHIAN FOREST ihre
sadistische Ader pflegen. Die nachfolgenden Songs werden
teilweise durch düster/dezent klingende Keyboards unterstützt,
was der Musik eine geradezu heimtückische Note gibt.
Ein Blick auf die Texte verstärkt diesen Eindruck, haben wir es
doch hier mit Nihilisten und Misanthropen der ganz fiesen Sorte
zu tun.
Die CD nähert sich ihrem Ende und dann...Nanu, was ist denn das?
Im letzten Song verbraten CF den CURE-Song "A Forest"
zu einer seltsamen Mischung aus Techno, Flüstergesang und einer
Messerspitze Black Metal. Sehr interessant, aber mir gefällt das
Original besser. Was bleibt ist eine herrlich "alte"
BM-Scheibe, die sich keiner entgehen lassen sollte.
cyNic

Na sowas...schon wieder eine CD vom Meister Dan Swanö. Zuerst etwas skeptisch angesichts vieler mittelprächtiger Nebenprojekte wage ich es dennoch, meinen CD-Player mit "Moontower" zu füttern. Und siehe da, mein treuer Freund mit Namen SONY kann garnicht genug von diesem Leckerbissen bekommen und kaut jetzt schon tagelang daran herum. Ich bin schlichtweg begeistert von "Moontower", weil es seit AMORPHIS' "Tales from the thousand lakes" die erste Scheibe ist, die es schafft, 70'er Spaceorgelklänge mit Deathgrowls äußerst gekonnt zu kreuzen. Auch textlich fährt Dan Swanö schweres Gerät auf und philosophiert über den Sinn des Lebens, was ihn damit deutlich aus der Masse der Einheitstodesbleifraktion heraushebt. Trotz einiger progressiver Parts ist "Moontower" sehr eingängig geworden - besonders der Song "Uncreation" setzt sich nach einmaligem Hören sofort in den Lauschern fest, aber auch der verschachtelte "The big sleep" weiß nach einigen Durchläufen voll zu überzeugen. Hier eine kleine Textprobe :"I have no wish to be young forever, I just don't wanna die. Someone said our souls will live again, I say the only one that I wanna be is me."...hoffen wir, daß Dan Swanö noch einige Jahre auf der Erde verweilen wird, damit wir uns auch weiterhin an seiner Kreativität erfreuen können.
cyNic
DEATH - The Sound of Perseverance

Oha! Unser Muttersöhnchen
Chuckie-Babe hat mal wieder ein neues Album draußen und mir
fehlten schon nach dem ersten Anhören die Worte. Außerdem
mußte ich meinen Tisch zur Reparatur bringen, da ich beim Priest
Cover "Painkiller" mitsamt meinem Stuhl gegen ihn
geschleudert wurde...
Im Ernst, eine solche Aggressivität, gepaart mit diesen
wahnsinnigen Melodien und Breaks aaaaaaahhhhh!!! Daß Chuck nach
dem Oberknaller "Scream Bloody Gore" nocheinmal mit so
etwas aufwarten kann, hatte ich nie im Leben erwartet. Songs wie
"Spirit Crusher" oder "Story to tell" blasen
mir und meiner geheiligten Anlage das Lebenslicht aus und lassen
mich ehrwürdig im Rollstuhl mit Krankenpfleger auf den 05.
Oktober warten, wo Death zusammen mit Benediction alles in Grund
und Boden rocken wird. Hail Death!
Nicht überraschend ist, daß diese
"Beharrlichkeit" Chucks dazu geführt hat, daß die CD
nach jedem Anhören immer besser und interessanter wird. Ich bin
jetzt ungefähr beim 40ten Mal und kann trotzdem noch nicht genug
bekommen. Hört zu Leute, das sagt einer, der "Individual
Thought Patterns", "Spiritual Healing" und
"Symbolic" auf ewig aufgrund ihrer Bedeutungslosigkeit
verwünscht und Chuck vor ein paar Jahren in Bremen eifrig mit
"Fuck Chuck" Rufen eingedeckt hat (Arghhh, ich erwürge
diesen Kulturbanausen! cyNic)!
Warhead

Was anfangs noch als
eine doomige Version des Black Metals began, hat sich im Laufe
der Zeit zu einer höchst brisanten Mischung aus Melancholie,
Romantik und Minimalismus entwickelt. Logisch, daß nicht alle
mit dieser "Weiterentwicklung" zurechtkommen und so
verwundert es mich nicht, daß "Discouraged ones"
äußerst zwiespältige Reaktionen hervorgerufen hat. Während
das DEFTONE die CD prompt zur Platte des Monats gekürt hat,
mußte sie gleichzeitig im ABLAZE herbe Kritik einfahren.
Ich muß zugeben, daß ich beim ersten Hören der neuen Scheibe
geneigt war, der ABLAZE Kritik rechtzugeben. Aber dann...mit
jedem weiteren Durchlauf öffnete sich eine weitere Knospe der
Herrlichkeit und die anfangs simpel und belanglos erscheinenden
Songs entwickelten sich nach und nach zu einem wunderschönen
Strauß Orchideen. Jeder, der "Discouraged ones"
vorschnell als poppig oder gar grunge-lastig verurteilt, sollte
sich einfach nochmal zwingen, den Tellerrand zu erklimmen und
dann vielleicht die wahre Bedeutung von KATATONIA zu begreifen :
Intensität durch Langsamkeit, Komplexität durch Beschränkung
auf das wirklich wesentliche.
Natürlich wird auch durch gutes Zureden ein "True Black
Metaller" wenig Gefallen an "Discouraged ones"
finden, aber wer mit dem OPETH Song "To bid you
farewell" etwas anfangen kann, der wird begeistert sein. Als
Anspieltips empfehle ich "Relention" und "Last
Resort", aber eigentlich muß man die Scheibe (und das
geniale Coverartwork) alleine bei einer Flasche Rotwein und
Kerzenschein genießen.
cyNic
Hier haben wir
endlich mal eine Band, an der ich ungebremst meinen Haß und
meine Verachtung auslassen kann. Folgende Geschichte spielt sich
immer wieder in meinem Kopf ab, wenn ich ein Album dieser Band
sehe: Es ist 10.30 Uhr am Samstag Morgen. Ich befinde mich auf
dem Gelände des Wacken Open Air´s 98 und werde nach
durchzechter Nacht von irgendwelchen Typen zu obengenannter Band
geschleift, weil sie angeblich sehr originell und toll sein soll.
Also geselle ich mich schlaftrunken zu den 30-40 Nasen vor der
Bühne und schau mir in der gleißenden Sonne die Band an. Nach
ca. 15 Minuten war ich mir sicher, daß ich mit irgendetwas auf
die Band geschmissen hätte, wenn ich nur irgendwas dabeigehabt
hätte. Ich habe in meinem ganzen Leben glaub ich noch nie so
eine langweilige und belanglose Band gesehen! Nichtssagende,
herumplätschernde Songs im Stil von "The Gathering",
nur irgendwie noch einen Tick schlechter (auch wenn das kaum
möglich scheint).
Nun denn, um sicherzugehen, daß ich die Band nicht vorzeitig
wegen Ihrer grauenhaften Live-Performance aburteile, habe ich mir
im völlig wachen und ausgeglichen Zustand die CD noch ein paar
mal angehört. Dabei bin ich zu dem Schluß gekommen, daß die CD
eigentlich noch schlechter ist als ich vom Auftritt her den
Eindruck hatte... Wer gerne diesen Quark aus Frauenstimme gepaart
mit Death Metal Gegrunze hört und dabei weder auf Niveau noch
auf Originalität achtet, sollte sich diese Scheibe zulegen.
Nein, er MUSS sogar, denn dann hat er endlich ein perfektes
Exemplar an Belanglosigkeit.
Warhead

Wow! Nachdem ich es
mir gerade mit dem bedrohlich klingendem Intro von der neuesten
Marduk Scheibe auf meiner Couch gemütlich gemacht hatte, traf
mich nach 2 Minuten und 8 Sekunden der Schlag. Einem Donnerknall
gleich donnerte Bloodtide (XXX) auf mich los und ich konnte, mit
letzter Kraft gegen den aus den Boxen herausströmenden
arktischen Orkanwind ankämpfend, die Fernbedienung meiner Anlage
erreichen und die Lautstärke auf ein erträglicheres Maß
herunterdrehen.
Auf den ersten Blick schien bei Marduk alles beim Alten geblieben
zu sein, was keinesfalls negativ einzustufen ist. Knüppeln in
Perfektion hieß eh schon immer die Devise und auch diesmal kann
man getrost daran gehen, der Band für Knaller wie "Of Hells
Fire" oder "Slay the Nazarene" ein Denkmal zu
setzen.
Allerdings gehen Marduk diesmal eine Spur weiter, ohne jedoch
Ihre Härte dadurch zu verlieren. Der zweite Teil der auf der
"Heaven shall burn..." CD begonnenden Vlad Tepes Saga
überzeugt durch variierende, für eine Band wie Marduk gar als
schleppend zu bezeichnende Songs. Es fällt schwer einzustufen,
welcher Teil besser ist. Subjektiv gesehen, gefällt mir der
erste, Marduk typischere Teil besser, objektiv jedoch bleibt
festzustellen, daß qualitativ keine großen Unterschiede
bestehen. Marduk sind und bleiben die beste Knüppelband, die ich
kenne.
Nur das grauenhaft schlechte Gitarrensolo beim Titelsong, der im
Übrigen bei der Aufzählung auf dem Backcover fehlt,
hinterläßt einen faden Beigeschmack. Fehlt der Titel vielleicht
deshalb?! ;-)
Warhead

Salida, MENHIR!
Einfach nur schön ist die neue MCD von MENHIR mit dem
klangvollen Namen "Buchonia". Schon deren Debut
"Die ewigen Steine" konnte mich begeistern, aber was
die Thüringer mit der neuen Scheibe geschaffen haben, geht noch
einen Schritt weiter, wurde doch der bereits sehr folklastige
Black Metal mit Geige, Bratsche und Maultrommel bereichert, so
daß man beim Hören direkt in längst vergangene Tage versetzt
wird. MIt Metal hat das nur noch wenig zu tun, aber harte
E-Gitarren würden Liedern wie "Sonnenwende" nicht
gerecht werden und den Blick auf unsere Ahnen trüben, welche
MENHIR mit Ihren Hymnen huldigen. Unbewußt ritzen meine Hände
magische Runen, deren Sinn ich noch nicht verstehe, in meinen
Tisch. Mächtige Energien, die lange geschlummert haben, werden
von MENHIR gerufen, um das Leid so vieler Jahrhunderte zu
rächen. Könnte man nur die Kraft, welche in den Liedern von
MENHIR liegt, kanalisieren und gebündelt auf die Dekadenz und
Selbstzufriedenheit der Menschheit feuern...nichts würde Ihr
standhalten und ein neues Zeitalter würde geboren werden.
Ihr seht schon, wie sehr mir MENHIR am Herzen liegen, wenn ich so
apokalyptisch daherrede. Tut mir also den Gefallen und hört in
die Werke von MENHIR rein und ich bin mir sicher, daß auch in
Euch das Feuer und die Leidenschaft für diese großartige,
deutsche Band geweckt werden.
cyNic

Wenn es um das Thema
Groove im Death Metal geht, fallen mir spontan zwei Bands ein,
die darin nahezu perfekt sind: Six Feet Under und Obituary. Mir
obliegt nun die Aufgabe, das neueste Album der älteren und
deshalb wohl auch richtungsweisenderen Band zu besprechen.
OBITUARY haben mit Ihrer ersten offiziellen Live-Scheibe
"Dead" einen Knaller sondergleichen hingelegt und trotz
der starken Anlehnung an Ihr letztes Album "Back from the
Dead" einen guten Überblick über Ihre fünf Scheiben
abgeliefert. Ob nun das neue "Threatening Skies", das
geniale "Cause of Death" oder das obligatorische
"Slowly we Rot", einer voll aufgedrehten Anlage mit
dieser Scheibe drin kann kein durchgeknallter Langhaariger
widerstehen!
Konzerte, bei denen 4/5 der Halle den ganzen Set gnadenlos
durchmoshen, erlebt man halt mal nur bei diesem verdammten
Florida-Death alter Schule.
Und da es Obituary irgendwie geschafft haben, diese
Live-Atmosphäre auf Platte zu bannen, steht meine Empfehlung
für diese Scheibe fest: Nicht lange lamentieren, sondern kaufen!
Hier liegt das beste Live-Album vor, was ich je gehört habe!!
Warhead

Was mir nach den ersten paar mal hören
zwar als interessant, aber doch irgendwie langweilig erschien,
entpuppte sich immer mehr zu einer der besten Scheiben dieses
Jahres. Die Schweden Therion, bzw. Christofer Johnsson, haben
mich mittlerweile mit Ihrer genialen Fusion aus Klassik und Metal
derart in Ihren Bann gezogen, daß es mir unmöglich erscheint,
weiterhin die vergleichsweise schwachen Vorgänger "Lepaca
Kliffoth" und "Theli", bzw. "D'Arab zaraq
lucid dreaming" anzuhören.
Das Therion mit Ihren alten Death Metal Scheiben nichts mehr am
Hut haben, war zwar schon längst klar, aber eine so geniale
Scheibe hätte ich nie und nimmer erwartet! Wer schon mal die
angeblichen supertollen Rockopern von Waltari oder Rage gehört
hat, wird jene CDs nach dem Hören der Vovin CD nicht mal mehr
mit einer Kneifzange anfassen.
Eins muß allerdings von vornherein klar sein: Wer mit Klassik
nichts anfangen kann, braucht sich diese CD gar nicht erst
anhören. Schnelle und treibende Songs werden hier in keinster
Weise geboten, Weichspüler ohne Tiefgang à la "Theatre of
Tragedy" aber andererseits auch nicht. Ich kann leider
keinen Vergleich angeben, der Therion gerecht werden würde, wer
aber bisher Songs wie "The Beauty in Black" oder
"Cults of the Shadow" mochte, wird diese Scheibe
lieben! Ich bin gespannt, wie die Songs live rübergebracht
werden können.
Siehe auch Tourdaten.
Warhead

Hier reiten sie, die
Söhne des Krieges und verkünden unüberhörbar das nahende Ende
der Welt. Das Cover macht deutlich, was uns in den nächsten 17
Minuten erwartet : Totaler Krieg!
Peter Tägtgren nimmt schon mal Platz an der Flak, um eventuell
vom Gott gesandte Engel gebührend zu empfangen, All hat bereits
seine Stimmbänder mit Sandpapier und Salzsäure behandelt, um
das Treffen auch verbal zu begrüßen und Blackmoon schnallt sich
noch schnell seinen TNT-Gurt um, um es bei Bedarf "Leon, dem
Profi" gleichzutun. Da kommt ja auch schon Gottes
Empfangskomitee, harfespielend und mit einem jauchzenden
"Halleluja" auf dem Lippen, wird jedoch tragischerweise
bereits vom Opener "Satan" zurück in die Stratosphäre
geblasen. Nachfolgender Song "I am elite" macht dann um
so nachdrücklicher klar, wer der Herr im Hause ist.
Es ist einfach unglaublich, was WAR uns hier darbieten. MARDUK
scheinen deren Vorbilder in Bezug auf Härte, Schnelligkeit und
Kompromißlosigkeit zu sein, aber ich wage zu behaupten, daß sie
mit "Total War" in diesen Disziplinen die neue Referenz
darstellen. Mir ist es unbegreiflich, daß ein Magazin wie
DEFTONE, welches sich zu 50 % durch Black Metal definiert,
"Total War" mit 0 Punkten abspeist, welches eines der
wenigen Alben ist, das den Begriff "Black Metal"
überhaupt verdient.
Allen Zweiflern sei hiermit gesagt, daß WAR hart aber gerecht
sind und als Elchtest jedem Möchtegern Black Metaller den
Angstschweiß auf die Stirn treiben.
cyNic
Aktuelle Zeitschriften / Fanzines
reviews von cyNic
Wer hat an
der Uhr gedreht, ist es wirklich schon so spät? Das ABLAZE geht
in die 23. Runde und hat sich vom Start weg die Spitzenposition
unter den Black / Death Metalfanzines gesichert. Superlayout,
genialer Schreibstil und immer mit interessanten Berichten
vollgestopft. Der Preis von 5.50 DM geht angesichts der
beiliegenden, obligatorischen CD mehr als in Ordnung. Auch die
neueste Ausgabe hat wieder viel zu bieten. Unter anderem ein Din
A2 Poster (DESASTER / EVOL), besagte CD (RIGER, BETHLEHEM,
CARPATHIAN FOREST,...), eine sehr gute Titelstory (BEHEMOTH),
haufenweise Reviews zu CD's und Demos und und und...
Leider fehlt diesmal ein Bericht von Alexander Heine, der immer
für etwas Abwechslung außerhalb der ausgetretenen Black Metal
Pfade gesorgt hat. Auch die Lesercharts sind der Flut von
Konzertterminen zum Opfer gefallen, aber darüber sollte sich
wirklich niemand beschweren...;-)
Auch das DEFTONE hat
sich mit mittlerweile 6 Ausgaben zu einem der führenden Fanzines
(als ein solches sehe ich es trotz fortschreitender
Kommerzialisierung immer noch an) für harte Töne entwickelt.
Anfangs nur peinlich und allzudeutlich am ABLAZE ausgerichtet,
hat es sich spätestens mit der 4. Ausgabe zu einer ernsthaften
Konkurrenz für selbiges entwickelt und überzeugt mit einer
gelungenen Mischung von BLIND GUARDIAN, über SLAYER bis DARK
FUNERAL. Regelmäßg werden neben CD's und Demos auch Bücher und
Filme besprochen. Die Soundcheck-CD gehört selbstverständlich
auch zum Repertoire. Einzige Kritikpunkte sind der etwas
übertriebene Preis von 6.80 DM und eine zunehmende Entfernung
vom Underground. Als Brückenschlag zwischen dem RockHard und dem
Ablaze geht das DEFTONE aber voll in Ordnung.
Das ETERNITY ist
klein, aber sehr fein. Fast zerbrechlich wirkt das Din A5
Heftchen, kann aber mit einem gelungenen Layout und einem
konkurrenzlosen Preis/Leistung-Verhältnis (mit CD zum Lechzpreis
von 3.50 DM) überzeugen. Die Bandauswahl ist zwar nicht immer
mein Geschmack, wird doch hauptsächlich die Gothic Fraktion
bedient, aber die Berichte sind sehr informativ geschrieben. Die
aktuelle Ausgabe #8 bringt als Schmankerl zudem eine ANCIENT
CEREMONY Titelstory und jede Menge Underground. Übrigens gehört
die ETERNITY Homepage zum Besten, was das Internet zu bieten hat
- schaut also mal rein!
Juhu, das neue RockHard beglückt uns mit
einem Kartenspiel, welches geziert ist mit den Who is who des
Heavy Metal...naja, was die Rammstein-Wurst dabei zu suchen hat,
bleibt wohl das Geheimnis von RockHard. Aber dafür ist schon
KING DIAMOND's Abbild den Kauf wert. Was gibts sonst noch?
Also, da wäre eine DEATH- und eine BOLT THROWER-Story, ein
prächtiges Hammerfall-Heftcover, das Ihr ja links bewundern
könnt...ähhh, habt Ihr wirklich noch mehr verlangt???
Oh ja, richtig, nach 2 Monaten gibt es doch tatsächlich noch
einen WOA-Bericht, der mich aber etwas enttäuscht hat (das WOA
wird großkotzig als TRUE Metal Festival gepriesen, obwohl 2 von
3 Fans ein Black- oder Death Metalshirt trugen...). Aber die
Story von dem Rollstuhlfahrer, der 3 Tage brauchte, um ALLEINE
nach Wacken zu rollen, wo ihm dann noch das Zelt gestohlen wurde,
ist echt krass...man weiß nicht, ob man lachen oder weinen soll.